Pal Dragos: Die unheimliche Sehnsucht nach Manipulation

Die Sehnsucht nach Manipulation ist eine kollektive Obsession der westlichen Gesellschaften des postmodernen Zeitalters geworden. Die kulturell bedingte Verdinglichung der Lebenskraft führt zu einer individuellen Willensschwäche, die durch Manipulation kompensiert werden soll. Erwachsene tun dann so, als ob sie die Bedürfnisse eines Kleinkindes für sich beanspruchen dürften.

„Herr Doktor, manipulieren Sie bitte meinen Körper gesund.“ So wird es zwar nicht gesagt, jedoch exakt so gedacht! In der Medizin ist ein solches Bedürfnis schon längst bekannt. Statt mit Hilfe der eigenen Willenskraft den Körper in die Lebensgestaltung zu integrieren, wird nach einem manipulativen Eingriff von Außen verlangt. Die Selbstheilungskräfte sollen durch manipulative Eingriffe von Außen ersetzt werden.

Ohne die Selbstheilungskräfte ist der Mensch jedoch nicht heilungsfähig. Die vielen manipulativen Symptom-verschiebungen und -vertagungen führen zu einer dauerhaften Verhärtung der Willenskräfte und dem Verlangen nach noch mehr Manipulation. Der Mensch macht sich zu einem kybernetischen Schaltkreis der Suchtentwicklung.

Datum: Dienstag, 8. April 2008 8:30
Themengebiet: Gesundheit Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben

Login erforderlich



Mehr zu diesem Thema hier im Blog